Montag, 10. November 2014

Wandern im Berchtesgardener Land

Ende August war ich wieder unterwegs. Dieses Mal ging es zum Wandern ins Berchtesgardener Land am südlichsten Zipfel Bayerns schon in den Alpen.



Wir sind mir dem Auto hingefahren, das war bei den steilen Serpentinen gar nicht so einfach. Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man sich eher für ein Auto mit ein paar PS mehr entscheiden, sonst kann es passieren, dass man im ersten Gang die Berge hochfahren muss.

Geschlafen haben wir in dem Gasthaus Hindenburglinde . Die Zimmer dort waren urig und hatten alles was man braucht. Fernsehen, Internet und sogar einen Balkon. Außerdem gibt es einen Wellnessbereich mit Sauna, den man kostenlos nutzen kann. Das Frühstück war reichhaltig und frisch mit allem was man sich wünschen kann. Der Service war ebenfalls sehr gut, nett, schnell und sehr aufmerksam. Es gab am Anreisetag sogar einen kostenlosen Begrüßungskaffee. (Es hätte aber auch jedes beliebige andere Getränk sein können)

Erster Tag Wandern - Ramsaurundweg



Das war der Längste Weg den wir gewandert sind. Zuerst sind wir von der Hindenburglinde aus nach Ramsau gegangen um den Anfang des Weges zu erreichen. Dort gibt es auch einen kleinen Supermarkt und eine Drogerie für die notwendigen Einkäufe (Wasser und Snacks, sowie Postkarten). Auch Geschäfte für Wanderzubehör gibt es, falls man etwas vergessen oder übersehen hat.


Es geht dann zuerst eine Zeit an einem kleinen Fluss lang bis man zur Wimbachbrücke kommt. Der Fluss ist wirklich unheimlich klar und man kriegt wirklich Lust darin mal zu planschen.
Von der Wimbachbrücke ist es nicht weit bis zur Wimbachklamm. Diese ist aber nicht das ganze Jahr geöffnet und kostet eintritt. Aber sie lohnt sich. Auf Fotos lässt sich die Klamm leider schwer einfangen, aber sie ist wirklich sehr schön. Ein kleiner hölzerner Steg windet sich die Klamm entlang nach oben.



Danach muss man für den Rundweg ein Stückchen zurück Richtung Parkplatz laufen und dann abbiegen. Von dort aus geht es stetig nach oben. Es gibt eine App fürs Smartphone, die auch als Wanderkarte dienen kann. Die App ist aber nicht an jeder Stelle korrekt. Zumindest was die Höhenangaben angeht. Denn es geht nachdem man laut App den höchsten Punkt erreicht hat noch ein ganzes Stück aufwärts, wieviel genau weiß ich nicht mehr, aber es waren mindestens 30 Höhenmeter, eher mehr. Ich war am Ende des Aufstiegs eigentlich schon bedient für den Tag und hätte gerne aufgehört, wenn man da nicht erst auf der Hälfte des Weges gewesen wäre.
Am Ende steht man über dem Hintersee und hat eine sehr schöne Aussicht. Und glücklicherweise geht es von dort aus nur noch nach unten.


Nach dem ersten Abstieg ist man am Hintersee angekommen und steht am Eingang des Zauberwaldes.



 Der Wald ist auch tatsächlich zauberhaft. Es gibt eine Legende die sich um ihn rankt, aber die sollte man dort selbst lesen. Der Fluss rauscht durch den Wald  und ein Weg windet sich durch die Bäume am Fluss vorbei. Es ist wirklich ein angenehmer Gang durch den Zauberwald und eine Erholung nach dem harten Aufstieg. Danach erreicht man ein Gasthaus in dem man sich erfrischen kann. Und nach einer weiteren nicht allzulangen Strecke erreicht man wieder Ramsau. Von dort kann man sich wieder zur Hindenburglinde hochkämpfen, aber das würde ich nur bei genug Sonnenlicht empfehlen. Wenn es dann bereits dunkel ist würde ich nicht versuchen dort hinauf zu gehen. Die meisten Wege führen durch unbeleuchteten nicht ganz wegsamen Wald.
Daher ist es besser, wenn man nicht weiß wie lange man brauchen wird, das Auto nach Ramsau zu stellen.



 Tag zwei - Das Kehlsteinhaus


Das Kehlsteinhaus ist auf der höchsten Stelle des Obersalzberges gelegen der sich in Berchtesgarden befindet. Da es sehr hoch gelegen ist hat man von dort eine hervorragende Aussicht. Historisch wurde es von der NSDAP errichtet und war im Führersperrgebiet gelegen. Daher befindet sich auf dem Obersalzberg auch eine kleine Dokumentation über die nähere Geschichte dazu. Das Haus selbst wurde aber nie als Schlafstätte genutzt immer nur für kurze Aufenthalte. 
Auch wenn die Geschichte somit eher düster ist, lohnt der Ausflug, da der Gipfel wirklich eine sehr gute Aussicht bildet und es durchaus sehenswertes gibt.

An Tag 2 waren meine Füße und ich immer noch etwas angeschlagen, deshalb habe ich den Weg zum Busparkplatz unterhalb des Kehlsteinhauses mit dem Bus zurückgelegt und bin nur von dort bis zum Gipfel gelaufen. Meine Reisegefährten sind aber den ganzen Weg gelaufen, der lange Zeit in Serpentinen steil bergauf geht. Die Aussicht wird allerdings erst ab dem oberen Busparkplatz interessant. Man kann den Königsee sehen und den Watzmann und eigentlich das ganze Berchtesgardener Land bis hin nach Österreich. Ganz oben gibt es das Gipfelkreuz und das historische Kehlsteinhaus. Dort kann man einkehren und etwas essen und trinken. Man kann anstatt den restlichen Weg zu gehen auch mit dem Aufzug vom oberen Busparkplatz nach oben fahren.
Als wir auf dem Gipfel ankamen begann es relativ schnell zuzuziehen, daher sind wir nur eine halbe Stunde oder etwas mehr dort geblieben und haben uns dann an den Abstieg zum Busparkplatz gemacht.
Heruntergefahren sind wir dann alle mit dem Bus. Danach kann man entweder in die Dokumentation gehen oder sich Berchtesgarden ansehen. Oder einfach zum Gasthaus zurückkehren und in die Sauna gehen, wie wir das gemacht haben.
Später sind wir noch in Schönau in eine Pizzeria gefahren, die Pizzen waren lecker und sehr groß. Sie sahen auch italienisch aus (dünner auf den Händen gewirbelter Teig, knusprig im Steinofen gebacken). Ob sie auch so schmecken kann ich erst sagen, wenn ich mal in Italien eine gegessen habe. Wir würden noch einmal dorthin gehen.




Tag 3- Der Königsee und die Fischunkelalm

Am letzten Wandertag unseres Aufenthaltes war es leider eher bewölkt und nieselte. Dennoch haben wir uns auf dem Weg zum Königsee gemacht. Der ganze See und die umliegende Gegend ist ein Naturschutzgebiet und darf nur von wenigen befahren werden. Die Gesellschaft die Fahrten mit dem Elektroboot anbieten gehört glücklicherweise dazu. Wir haben uns also eingeschifft in Richtung Salet. 
Man fährt am Kloster St. Bartholomä vorbei, dort kann man auch aussteigen und sich umsehen. Wir wollten aber zur Fischunkelalm am Obersee wandern daher mussten wir zum anderen Ufer des Königsees.

Von Salet geht ein kurzer Weg (etwa eine Viertelstunde) an den Obersee. Man kann dort bereits auf der anderen Seite des Obersees die Fischunkelalm sehen. Dorthin zu kommen dauert allerdings nochmal fast eine Stunde. Der Weg führt größtenteils durch waldiges Gebiet am See entlang, es gibt aber auch eine Passage direkt an der Felswand entlang mit großen ungleichmäßigen Steinen, gesichert durch schmale Stahlseile. Da es genieselt hat waren die Steine rutschig und wir haben recht lange gebraucht, zudem ich in der stetigen Angst lebe umzuknicken und dann nicht mehr zurück zu kommen. Das ist aber aufgrund meiner Vorsicht und des daraus folgenden Schneckentempos nicht passiert. Letztendlich sind wir bei der Alm angekommen. Dort kann man eine leckere Brotzeit und etwas zu trinken bekommen und es gibt Bänke und Tische an denen man sich ausruhen kann. Man könnte auch weitergehen zum Röthbachfall und wenn man besonders fit ist auch zur Gotzenalm. Wir sind nach einem leckeren Brot mir selbstgemachtem Käse wieder zurückgewandert nach Salet. Von dort aus ging es wieder zurück auf die andere Seite des Königsees zu einer Waffel in einem nahen Eiskaffee.
Abends waren wir noch zum Abschluss im Waldhauser Bräu, wo wir entgegen den Empfehlungen auf diversen Seiten doch noch gerade so 3 Plätze ergatterten. Das Essen dort war viel und lecker. Man findet eher deutsche Küche und sehr gute Suppen. Es wird den Rezensionen die man findet gerecht.


Am nächsten Tag ging es dann nach einem guten Frühstück wieder nach Hause. 
Mir hat der kurze Urlaub gut gefallen und ich würde auch wieder dorthin fahren, denn es gibt noch viele Wege die wir nicht gehen konnten und viel, dass wir nicht gesehen haben. Bis dahin muss ich wohl noch etwas Berge trainieren und unebenen Grund, aber ich hoffe es wird genauso schön wie dieses Mal.

Wenn jemand noch einen schönen Wanderurlaub machen will, der nicht zu weit entfernt ist und keine Umstände wegen anderer Währung oder Pässen haben will, sollte das Berchtesgardener Land ins Auge fassen. Die Umgebung ist wirklich traumhaft und man kann auch noch kurze Ausflüge nach Österreich und dem restlichen Bayern einplanen. 

Insgesamt ein sehr guter Urlaub, kann ich nur weiterempfehlen.

Kommentare:

  1. Wow, das sieht wirklich total schön aus :) Die schönen leuchtenden Herbstblätter haben es mir wirklich angetan. Aber auch der Nebel am letzten Foto ist ziemlich faszinierend, wie er da so an den Steilhängen hängt.

    Ich habe jetzt richtig Sehnsucht, auch wieder in den Wald zu fahren und zu wandern.

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    1. Ja die Blätter sahen in Natura sogar noch strahlender aus. Der Nebel war ganz hübsch, aber ich hätte persönlich lieber gerne auch ein bild vom Königsee mit Sonnenschein gehabt. Man kann aber nicht immer Sonne haben und an dem Tag wars am besten mit dem Nebel.

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  2. Deine Landschaftsbilder sind echt toll!

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    1. Danke die Landschaft hat geholfen, die ist wirklich traumhaft. Da kann man gar nichts falsch machen.

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  3. wow, schöner Bericht! Und die Bilder sind ein Traum :).

    Liebe Grüße
    Priscilla

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    1. Danke, aber wie oben gesagt, war die Landschaft an sich schon so toll. Ich hab dann nur noch draufgehalten, auch wenn die Farben trotz Handybildern wirklich gut rausgekommen sind.

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